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Vorwort zur 9. Ausgabe

Ein Beitrag von Vizepräses Petra Bosse-Huber

  

Vizepräses Petra Bosse-Huber

Zum Geleit der neunten Ausgabe ...

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,
 

ist die „ecclesia reformata semper reformanda” heute die „Kirche im Aufbruch?“ 

Auf dem Weg zum Reformations- jubiläum wollen wir innerhalb der EKD unsere Reformvorhaben miteinander vernetzen und unsere Kräfte bündeln.

 

Seit dem Erscheinen des Impulspapiers „Kirche der Freiheit“ im Juni 2006 haben sich drei Themenbereiche herauskristallisiert, zu denen besonders intensiv gearbeitet wird:

 

Qualität entwickeln (besonders in Gottesdienst und Kasualien). 
 

Ein erster Workshop zur Qualität des Gottesdienstes im Februar hat unter anderem ergeben, wie wichtig eine positive Kultur der Wertschätzung des Gottesdienstes ist. 

Als gute Instrumente zur Weiterentwicklung der Qualität der Gottesdienste wurden Feedback- und Intervisionssysteme benannt. Die lesenswerte Dokumentation dieses Workshops ist unter
http://www.ekd.de/bilder/themen_texte/Von_anderen_lernen-Qualitaet_von_Gottesdiensten_Sonderauflage.pdf abrufbar.

 

missionarische Herausforderungen annehmen.
 

Zu diesem Themenbereich gibt es inzwischen zwei konkrete Projekte. Im September hat der Rat der EKD die Einrichtung eines Kompetenzzentrums „Mission in der Region“ beschlossen, das sein Zentrum in Dortmund hat und eng mit den Standorten Greifswald und Stuttgart zusammenarbeiten soll. Durch die Arbeit des Zentrums soll die aufsuchende Arbeit der Evangelischen Kirche, die Mitglieder und Distanzierte gleichermaßen einlädt, gestärkt werden. Daneben haben die Leiterinnen und Leiter der landeskirchlichen Ämter für missionarische Dienste ein Projekt zur Sichtung und Systematisierung der zahlreichen „Glaubenskurse“ entwickelt, das den Gemeinden erlauben soll, schnell das missionarische Bildungsangebot zu finden, das ihren Zielgruppen, ihrer Theologie und ihren Frömmigkeitstypen entspricht. 

 

Leitungs- und Führungsverantwortung auf allen kirchlichen Ebenen stärken. 
 

Zu diesem Themenbereich hat der erste Workshop ganz aktuell in der zweiten Oktoberhälfte stattgefunden. In den Vorüberlegungen wurde als Ziel des Workshops formuliert, dass nach einer kritischen Analyse Thesen zur Weiterarbeit an dem Handlungsfeld „Führungskultur in der Kirche“ erstellt werden sollen. Die Ergebnisse liegen mir noch nicht vor, sie werden unter
http://www.ekd.de/ekd_kirchen/zukunftskongress.html zugänglich gemacht.

  

Auch die Evangelische Kirche im Rheinland wird sich an der Fortentwicklung der Reformen auf EKD-Ebene beteiligen. Dies geschieht auf der Basis der Leitvorstellung „missionarisch Volkskirche sein“ und einer Prioritätendiskussion, in deren Folge weitreichende strukturelle Veränderungen eingeleitet wurden, die alle Ebenen unserer Kirche betreffen.

 

Mit der Freischaltung der neuen Internetplattform der EKD "Kirche im Aufbruch" zum Reformationstag werden wir auf unserer Präsenz „ekir.de“ eine eigene Plattform öffnen, die eng mit der EKD-Präsenz verknüpft ist und der Information über den laufenden Reformprozess und einem Erfahrungsaustausch zu eigenen Projekten dienen soll. Beispiele und Materialien für eine „Kirche im Aufbruch“ sollen zu eigenen Ideen anregen oder für die eigene Praxis angepasst werden. Dabei geht es um neu definierte Gemeindeprofile, Arbeit mit bestimmten Zielgruppen, die Kooperation der Haupt- und Ehrenamtlichen in den Gemeinden oder kirchlichen Einrichtungen, um Ergebnisse aus den Bereichen des Qualitätsmanagements, der Öffentlichkeitsarbeit, um die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit anderen kirchlichen oder säkularen Gruppen und ähnliche Beispiele mehr. 

 

Wenn es gelingt, auf diesem und anderen Wegen im Reformprozess miteinander und voneinander zu lernen, wie wir uns als Kirche, Gemeinde und Einzelpersonen in unserer Zeit dem lebendigen Wort Gottes neu zuwenden können, dann wird die „Kirche im Aufbruch“ Teil der ecclesia semper reformanda.

 

Ihre Petra Bosse-Huber

 

 

Die Autorin Petra Bosse-Huber ist seit 2003 Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland und seit 2001 Leiterin der Abteilung II in der rheinischen Kirchenleitung (Dienst von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern; Innerkirchliche Dienste). Ebenfalls seit 2001 ist sie Vorsitzende des Verbandes der Evangelischen Kirchengemeinden in Elberfeld und Mitglied des Ständigen Theologischen Ausschusses und des Ständigen Innerkirchlichen Ausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der Kammer für Theologie der EKD gehört Vizepräses Bosse-Huber seit 2004 an und ist seit 2007 als stellv. Vorsitzende der Steuerungsgruppe für den EKD-Reformprozess engagiert.