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Vorwort zur 7. Ausgabe

Ein Beitrag von Pfarrerin Maike Sachs

  

Pfarrerin Maike Sachs

Zum Geleit der siebten Ausgabe des Newsletters...

  

 

„Warum installiert Ihr nicht einfach eine Konferenzschaltung für eure Sitzungen, wie es die großen Konzerne tun. Dann musst du nicht immer für ein paar Stunden durch die ganze Republik reisen.“ Der Vorschlag klang verlockend: elektronisch vernetzt sein, schnell das Nötigste besprechen und wieder abschalten, um die Zeit am eigenen Schreibtisch zu nützen, statt viele Stunden im Zug zu verbringen, das war wirklich keine schlechte Idee.

Es ist phantastisch, was heute technisch machbar ist und welche vielfältigen Formen die Vernetzung angenommen hat. Auch im Projekt Wachsende Kirche in Württemberg war der Schritt - nicht zur Konferenzschaltung, aber immerhin - zu einer eigenen Homepage einer der ersten. Viele sollten die Möglichkeit bekommen, von guten Ideen und bewährten Modellen zu erfahren, weil andere bereit waren sie mit ihnen zu teilen.

Aber wir merkten auch, die Elektronik ist nur ein Weg der Vernetzung, ein unpersönlicher noch dazu, sozusagen - wie das Papier - ein schlechter „Wärmeleiter“. Die Werbung und Begeisterung für das Projekt gelang am besten persönlich. Denn eine Homepage beantwortet noch keine Fragen, räumt nicht die Skepsis auf die Seite und schafft erst recht keine Basis, dass sich Ideen weiterentwickeln.

Die Umsetzung in die Praxis an einem anderen kirchlichen Ort braucht den persönlichen Kontakt und das Gespräch. Deshalb ist es gar nicht verwunderlich, dass die Rückmeldungen auf den Kongress Wachsende Kirche im April dieses Jahres in Stuttgart den Markt der Möglichkeiten mehrfach erwähnten. Da war Raum zur Begegnung, es gab ganz neue Entdeckungen und vor allem konnte nachgefragt werden. Die Ideen begannen sich zu entwickeln. Eine Rückmeldung lautete z.B.: „Jetzt habe ich Gesichter vor Augen und nicht nur Institutionen. So werde ich es eher wagen, auch einmal anzurufen und um Beratung zu bitten. Das fällt mir leichter, als wenn ich nur Papier und Bild vor mir habe.“

Es ist phantastisch, was technisch machbar ist, wie breit Informationen gestreut werden und wie problemlos wir auf eine Fülle von Ideen und Angeboten zurückgreifen können, dass wir uns zu jeder Tages- und Nachtzeit in Themen einarbeiten können und es nicht immer nötig ist, durch die Republik zu reisen, um Netze zu knüpfen und voneinander zu profitieren. Aber gleichzeitig ist es unabdingbar, Raum und Zeit für Begegnungen zu schaffen – damit Ideen auch Gesichter bekommen und aus dem persönlichen Austausch etwas Neues, Überraschendes erwachsen kann.

 

Kongress Wachsende Kirche

Übrigens – der Kongress in Stuttgart war ein Meilenstein für das Projekt, für manche Kirchengemeinde und für viele haupt- und ehrenamtliche Verantwortungsträger in der württembergischen Landeskirche. 3000 Menschen versammelten sich an zwei Tagen zu Vorträgen, Bibelarbeiten, Foren, Seminaren, Konzerten und Gottesdiensten. Die Themen Gottesdienst, Glaubenskurs, Beteiligungskirche und das Beziehungskapital einer Gemeinde als missionarischer Faktor hinterließen die tiefsten Spuren. An vielen Orten wurde vor der Sommerpause bereits an den Impulsen weitergearbeitet.

Ob und wie es auch strukturell nach Projektende im Sommer 2009 weitergeht, bleibt abzuwarten. Die Beratungen darüber sind jedenfalls angestoßen.

 

 

Ihre Maike Sachse

 

 

Die Plattform zum Projekt „Wachsende Kirche“ finden Sie unter: www.wachsendekirche.de.

 

Maike Sachs ist Pfarrerin der württembergischen Landeskirche, seit 2002 wieder im Dienst als theologische Referentin beim Amt für missionarische Dienste in Stuttgart. Sie ist seit Herbst 2004 mit dem landeskirchlichen Projekt "Wachsende Kirche" betraut.